Erneuerbare Energien benötigen ein Konzept und keine Alibi-Aktionen

Kärnten schafft es nicht, die eigenen Energierichtlinien zu erfüllen, die KELAG hat mehr als 20% Atomstromanteil und unser Landeshauptmann propagiert Elektrotankstellen, bei denen man Strom aus italienischen AKWs und in Zukunft aus einem Klagenfurter Gasdampfkraftwerk tankt. Wir fordern eine umfassende Initiative für erneuerbare Energien, weil es für unsere Umwelt unverzichtbar ist und weil wir auch wirtschaftlich in diese Zukunftstechnologien investieren müssen. Wir benötigen im ersten Schritt klare gesetzliche Grundlagen, auf deren Basis wir dann gezielte Maßnahmen umsetzen können.

Die zu schaffenden gesetzlichen Grundlagen beinhalten insbesondere folgende Punkte:

  • Erneuerbare Energien müssen eine Vorrangstellung im Stromnetz haben. Eine solche Vorrangstellung gibt vor, dass Strom aus Windkraft- oder Photovoltaik immer eingespeist werden muss. Fehlt diese Voraussetzung, führt das dazu, dass sauberer Strom zwar erzeugt wird, aber konventionelle Energiequellen nicht ersetzt, weil er nur im Bedarfs- bzw. Ausnahmefall eingespeist wird.
  • Es muss klare Richtlinien und Zielvorgaben für den Anteil Erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch geben.
  • Eine Anhebung der Einspeistarife, die sicherstellt, dass bis 2014 die so genannte Netzparität erreicht ist. Netzparität bezeichnet den Zustand, bei dem die Erzeugung von eigenem Strom gleich viel kostet wie der Bezug von Strom aus dem öffentlichen Netz und ist ein wichtiger Grenzwert für das Wachstum beispielsweise der Photovoltaik.
  • Eine erhöhte Sanierungsförderung und eine verstärkte wirtschaftliche Förderung für Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien. Beides hätte auch eine starke volkswirtschaftliche Bedeutung und einen direkten Einfluss auf die Entstehung von Arbeitsplätzen in absoluten Zukunftsmärkten.

Erst wenn alle diese Grundlagen erfüllt sind, kann es zu einem nachhaltigen Umstieg auf Erneuerbare Energien kommen. In Kärnten kann das mit einem Mix aus Photovoltaik, Windkraft, Biomasse und Wasserkraft gelingen. Dazu benötigt es aber auch einen entsprechenden Masterplan und begleitende Maßnahmen. Wir fordern, dass alle öffentlichen Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet werden. Das rechnet sich mittelfristig und bedeutet gleichzeitig massive Aufträge für lokale Betriebe.

Klare Vorstellungen haben wir auch in Bezug auf die Planung neuer Standorte für Windkraftwerke. Generell gibt es Besonderheiten, die im alpinen Bereich berücksichtigt werden müssen. Neben besonderen technischen Herausforderungen sind das  insbesondere Natur-, Wasser- und Umweltschutz. In den Bergen gibt es vor allem thermische Winde, was detaillierte Messungen für die Platzierung der einzelnen Windräder erfordert und in den Wintermonaten benötigt man spezielle, beheizte Rotorblätter. Wir verlangen als ersten Schritt die Erstellung einer Windkarte, die alle prinzipiell in Frage kommenden Standorte klassifiziert. Diese Windkarte soll im zweiten Schritt mit einem Plan aller Natur-, Wasser- und Umweltschutzgebiete abgeglichen werden. Im letzten Schritt können dann für gewollte Standorte geeignete Betreiber bzw. Investoren gesucht werden.

Zur Untermauerung unserer Forderungen haben wir bei der Landtagssitzung am 16.12. einen Antrag eingebracht, in dem die Erstellung von klaren Leitlinien für die Errichtung von Windkraftanlagen gefordert wird.

Und wir gehen selbst mit gutem Beispiel voran: diese Webseite wird auf einem Server für Sie bereitgestellt, der ausschliesslich mit Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind-, Wasserkraft und Sonnenenergie im Rahmen des internationalen Zertifizierungssystems für erneuerbare Energien (RECS), betrieben wird.